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Predigt anläßlich des 6-Wochen-Amts für Martin Assauer
Predigt am 4. Fastensonntag 2017 – LAETARE – 
Kann man FREUDE befehlen? Diese Vermutung scheint sich aufzudrängen.
Schließlich heißt der 4. Fastensonntag Laetare – nach dem Eingangsvers aus dem Propheten Jesaja „Laetare Jerusalem“ (60,10) – „Freut euch mit Jerusalem“
Und der 3. Adventsonntag wird Gaudete genannt – nach dem Eingangsvers aus dem Philipper-Brief „Gaudete in Domino semper“ (4,4) – „Freuet euch allezeit im Herrn“
An beiden Sonntagen kann das liturgische violett etwas heller – rosa – sein
Freude tut uns Christen gut, steht uns gut an, unsere zentrale Botschaft nennen wir nach dem ersten Evangelisten, nach Markus Eu-Angelion = Evangelium = Gute Nachricht / Frohe Botschaft. Aber merkt man uns das auch an?
Mahatma Gandhi (die große Seele Indiens) sagte einmal: Christen sollten erlöster aussehen, freudiger wirken.
Es ist ja nicht so einfach mit der Freude, sie soll ja nicht erzwungen sein aber auch nicht aufgesetzt oder albern. Verschiedene Arten von FREUDE
Die Begriffe gaudete und laetare deuten das schon an ...
Duden: Freude: hochgestimmter Gemütszustand; das Froh- und Beglücktsein
Und auch Wikipedia muss heutzutage zitiert werden: Freude ist der Gemütszustand oder die primäre Emotion, die als Reaktion auf eine angenehme Situation oder die Erinnerung an eine solche entsteht. Je nach Intensität äußert sie sich als LächelnLachen oder einem  Freudenschrei.
In der Bibel ist vielfach von der Freude die Rede. Im Alten Testament an mehr 200, im Neuen Testament an über 100 Stellen. Die Bibel stellt die Freude an Gott als eine Quelle der Kraft dar („Die Freude am Herrn ist eure Kraft“), die es ermöglicht, auch in unerfreulichen Situationen sein inneres Gleichgewicht zu erhalten. Sie zählt die Freude zur Frucht des Heiligen Geistes.  
Da Gott seinem Wesen nach Liebe ist und die Freude mit der Liebe einhergeht, fallen in Gott Liebe und Freude zusammen. Freude ist daher letztlich „göttlichen Ursprungs“. Nach seinem Selbstverständnis her ist das Christentum „auch eine Religion der Freude“ und es gilt: „Christus ist die Freude“ (Papst Paul VI.), die Nachricht von ihm Evangelium, d. h. Botschaft der Freude; Liturgie soll Feier der Freude der Auferstehung sein. Es gilt für den Christen: „Freut euch zu jeder Zeit“ (1 Thess 5, 16).
Aber wie erreicht man einen Zustand der Freude? Erzwungen werden kann sie ja eben nicht  …
Ich habe uns mal ein paar Ideen mitgebracht, wie wir auf dem Weg zur Freude vorankommen können:
Aufmerksamkeit – aufmerksam sein für die kleinen Dinge, es passieren so viele gute Dinge an jedem Tag, die uns froh stimmen könnten, wenn wir sie nur wahrnehmen und nicht achtlos vorübergingen. Das können kurze nette Begegnungen sein, ein frohes Gesicht, ein Lachen, ein Tür-offen-halten, ein freundliches Wort, ein Kind das in eine Pfütze springt und herzlich dabei lacht, sich über die Blumen am Wegesrand freuen, sie aber nicht pflücken, nicht alles HABEN wollen.
Loslassen können – das gilt für Gegenstände, Lebensabschnitte und auch für Menschen. Das ist besonders schwer, zumal wenn es sich um einen geliebten Menschen handelt – aber es geht nicht anders, wenn wir weiter leben wollen.
Dankbarkeit –  Schenkt Weite; an schöne Momente denken und sich gern an sie erinnern, dem Nächsten dafür danken, Gott danken.
Offenheit – für Neues, das Besondere, wagemutig sein, neugierig bleiben, nicht alles Gute für selbstverständlich nehmen.
Neues wagen, sich das Leben spannend machen, aufbrechen, egal in welchem Alter man gerade ist, es ist immer möglich, etwas Neues anzugehen, Dinge neu zu sehen, sich selbst neu zu entdecken, etwas Verrücktes zu machen, „normale“ Menschen gibt es schon genug
Dinge tun, die uns Freude bereiten; bewußt das tun, was unserer Seele gut tut. Das ist bei jedem von uns sicherlich etwas anderes. Wenn wir uns selbst gut kennen, dann wissen wir auch, woran wir Freude haben. Der Hl. Augustinus sagt: „Die Seele lebt von dem, was ihr Freude macht“. Tun wir unserer Seele absichtlich etwas Gutes.
Gut zu sich selbst sein, sich was gönnen können, genießen können, in den kleinen Dingen treu sein und sich pflegen, gerade wenn man neben sich steht, traurig ist und nicht weiter weiß.
Dem Mitmenschen dienen / helfen, Gutes tun, das kann richtig Freude machen, sich für den Anderen interessieren und ihn von seinem Leben erzählen lassen, dem Anderen beistehen, sich für Mitmenschen einsetzen.
Wenig bis gar nicht kritisieren, das mögen Menschen gar nicht, wir nicht und die Anderen eben auch nicht, das nimmt Freude am Umgang miteinander
Gemeinschaft pflegen – gesellige Runde mit guten Freunden, nette Menschen treffen. Beziehungen – zu sich selbst, zu Anderen, zu Gott. Im Gespräch bleiben miteinander und mit Gott
Jedem Tag einen Sinn geben, ein Hobby zu haben, kann hilfreich sein.
Ein Ziel haben – wissen, warum man morgens aufsteht; wenn keine Ziele vorgegeben sind, sich einfach selber Ziele setzen. Ziele, die fordern, die aber auch erreichbar sind.
Zufriedenheit – auch bei Regenwetter lachen können und das Beste daraus machen.
In der Gegenwart leben – nicht der Vergangenheit hinterhertrauern (ist sowieso vorbei) und nicht in der Zukunft (keiner weiß was kommt, jeder Tag hat genug eigene Sorge – Jesus); das Jetzt genießen. - Der Ort sich zu freuen ist hier. Der Moment sich zu freuen ist jetzt. Der Weg sich zu freuen ist, anderen Freude zu bereiten. Der wichtigste Mensch ist der, mit dem ich es jetzt zu tun habe.
Selbst im Leid kann man sich freuen. Diese Freude ist die Erfahrung von Christen, die auch in Phasen der Not trotz einer schweren Krankheit oder der Erfahrung von Sterben und Tod, trotz des Abschiedes von einem geliebten Menschen wissen: Gott ist da, er ist bei mir und er führt mich ans Ziel. Gott meint es trotz aller widrigen Umstände gut mit mir. Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, nichts!
Gerade angesichts des Todes von Martin Assauer (vor genau 59 Tagen, so eine kurze Zeitspanne und gefühlt doch schon das halbe Leben) dürfen wir uns aufgehoben wissen in der Liebe Gottes, in der Martin vollendet geborgen ist. Der Tod eines nahen Menschen ist eine Krise, kann eine große Krise sein; er kann aber auch die Möglichkeit in sich bergen, an dieser Krise zu reifen und wachsen, neu und intensiver zu leben, dankbarer und freudiger zu sein. Bei aller Trauer sollten wir versuchen, aus dieser Krise gestärkt in der Liebe und im Glauben hervor zu gehen.
Der Dalai Lama sagte einmal: „Das Leid öffnet die Augen und Ohren für die kleinen Spuren des Glücks und der Freude.“ Leid macht empfindsamer und aufmerksamer für das Schöne, daß trotzdem immer wieder geschieht. Ohne Krisen kann man nicht wachsen, nicht reifen; das gilt für unsere Beziehungen, Freundschaften und Ehen – und es gilt ebenso für unseren Glauben, sonst wird er infantil
Wir wissen und können darauf vertrauen, dass Gott Freude an einem jeden von uns hat. Dies ist die höchste Form der Freude, eine Freude, die wir nicht machen können, die uns aber in übervollem Maße geschenkt wird, auch wenn alles in uns und um uns herum zusammen zu brechen droht.
Uns Christen ist die beste Botschaft der Welt anvertraut, eine Botschaft, die wir FROHE Botschaft nennen; und es ist tatsächlich so:
Wir haben heute wie in jedem Gottesdienst die frohe Botschaft gehört. Sie ist uns von Gott anvertraut, damit unser Leben froh wird, damit wir Freude haben, damit wir glücklich sind, schon hier und jetzt. Wie großartig wäre es, wenn wir gleich nach der Messe die Kirche in freudiger Stimmung verlassen und froher sind als wir es beim Reinkommen waren. Wir haben trotz aller Trauer, allem Schmerz und schlechter Nachrichten, die uns immer wieder erreichen, Anlass zur Freude – wer sonst? – wenn nicht wir!
Pfarrer Norbert Wohlgemuth Hagen / Fröndenberg

Fürbitten
Herr Jesus, du bist das Licht der Welt,  und führst Menschen aus dem Dunkel ins Licht. Auf dem Weg zum Osterfest kommen wir mit unseren Bitten zu dir:

Wir beten für alle Menschen, deren Trauer größer ist als ihre Freude – dass sie Menschen finden, die ihnen beistehen.

Wir beten für Menschen, die keinen Zugang finden zum Glauben – steh ihnen bei mit deinem Heiligen Geist. 

Wir beten für uns selbst – hilf uns in unserem Glauben und in der Freude zu wachsen und die Welt wie auch die Mitmenschen mit den Augen der Liebe zu betrachten. 

Wir beten für unsere Kinder und Jugendlichen – Hilf ihnen zu wachsen und zu reifen  und deine Liebe zu allen Menschen zu erkennen. 

Wir beten für unsere lieben Heimgerufenen, wir bringen dir heute unseren Seelsorger und Priester Pfarrer Martin Assauer. Nimm unseren Dank entgegen für seinen Dienst und für alles, wodurch er unser Leben hell und froh gemacht hat und lass ihn in deiner ewigen Freude vollendet sein.

Dir, unserem Gott, sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.

Predigt anläßlich der Auferstehungsmesse für Martin Assauer

„Das Herz war seine Stärke“

Das Herz war seine schwache Stelle – das stimmt. Das Herz war seine schwache Stelle, das sagte mir sein Kardiologe – und es stimmt, zumindest organisch, körperlich, physisch. Spätestens nach seinem Herzinfarkt am 27. November 2012 wusste Martin, dass er trotz bisheriger Medikamenteneinnahme noch mehr auf sein Herz achten musste. Und das hat er getan. Er war schwimmen, reduzierte etwas sein Gewicht, war regelmäßig auf dem Hometrainer, nahm zuverlässig seine Medikamente ein, ernährte sich noch bewusster. Wir haben gegenseitig aufeinander geachtet; seit über 30 Jahren befreundet haben wir nach seinem Herzinfarkt noch mehr aufeinander geachtet. So haben wir uns morgens und abends informiert, ob alles in Ordnung sei, wir haben jeden Tag mindestens ein Mal miteinander telefoniert, uns Begleitung geschenkt. Als am vorletzten Donnerstag die frühmorgendliche WhatsApp-Nachricht nicht durchging, wuchs mit der Zeit meine Sorge, dass irgendetwas nicht stimmt – und so war es dann ja auch… Sein Herz war seine schwache Stelle – das stimmt und es zeigte sich ja auch in jener Nacht zum 02. Februar, als sein Herz einfach aufhörte zu schlagen. Er lag friedlich in seinem Bett, wie immer, keine Spuren von Schmerzen, Kampf oder Leiden – so als ob er schliefe. Er ist im Bett eingeschlafen – und im Himmel aufgewacht.

Das Herz war seine schwache Stelle – es stimmt, und: Es stimmt nicht. Das Herz war Martins Stärke! Er war ein Mensch, ein Christ und ein Priester mit Herz, mit einem großen Herzen, mit einem starken Herzen. Er liebte Gott, er liebte das Leben, er liebte die Menschen. Für Große und Kleine, für Junge und Alte war er da, hatte er ein Herz. Wie gerne hat er gelacht, seine ansteckende Fröhlichkeit klingt noch immer in unseren Ohren, fast jedes Gespräch begann er mit einem Lachen, wieviel Freude hatte er am Leben. Wir sehen heute, mit wieviel Menschen Martin verbunden war und verbunden ist.

Ein erstes Wort des Trostes gilt Martins Familie, der seine größte Sorge galt und die ihm für sein menschliches Wachstum ein wichtiger Rückhalt war; der Schutz und Beistand seiner Familie hat Martin zu dem herzensguten Menschen gemacht, der er geworden war. Seine Mutter: du, liebe Renate, hast ihn zur Welt gebracht, unter deinem Herzen ist er gewachsen; etwas schwach und zu leicht war der Neugeborene, den du in deinen Armen nächtelang gewogen und dem du „Segne, du Maria“ vorgesungen hast, immer wieder und dem du eine liebevolle Mutter warst, auf seinem gesamten Lebensweg. Sein Vater: du, lieber Norbert, musst nun deinen Sohn, auf den du so stolz warst, gehen lassen und: Worte zu finden fällt dir noch schwerer als uns. Sein Bruder: du, lieber Michael, hast deinen „großen“ Bruder verloren. Ihr beide seid wie gute Freunde groß geworden. Martin stand immer zu dir, er hat deinen Weg mit Interesse, Freude, Liebe und großer Offenheit und Toleranz begleitet und auch unterstützt. Und auch die anderen Verwandten, die heute hier sind: Liebe Beate, lieber Edmund, liebe Gabi, lieber Thorsten, liebe Bärbel… Ihr habt in Martin einen Menschen gehabt, der euch als Neffe, Cousin, Freund und dann auch als Priester zur Seite stand.

Martin war Vikar in Bad Pyrmont und in Herne, Pfarradministrator in Borchen, Pfarrer in Dahlbruch und zuletzt Pfarrer in Hemer. Er war und ist unzählig vielen Menschen in Liebe und Freundschaft verbunden, wie wir heute auf beeindruckende Weise sehen. Man war gerne mit Martin zusammen, seine Art, mit den Menschen umzugehen, hat Viele angezogen und fasziniert. Man wollte zu ihm gehören, man wollte ihn als Freund, weil er ein so grundsympathischer und lebensfroher Mensch war. Wie dankbar war Martin für sein großartiges Team, mit dem er gerne und mit Freude zusammenarbeitete. Dieses Team hat ihm viel bedeutet und es ist auch für euch schwer, euren Chef gehen zu lassen.

Martin war ein glaubwürdiger, vorbildlicher und authentischer Mensch, Christ und Priester. Er lebte aus einer selbstverständlichen Nähe zu Gott, die einem oft Respekt abnötigte. Das tägliche Gebet bedeutete ihm viel; bei unseren Treffen und auf unseren vielen Reisen hat er deutlich darauf bestanden. Er hat gern den Menschen von Gott berichtet – in Wort und in Tat. Er liebte die Feier der Liturgie und viele seiner großartigen Predigten haben unzähligen Menschen Freude und Kraft und auch Trost und Hoffnung gegeben. Seine Selbstverständlichkeit, für die Menschen da zu sein war faszinierend und beeindruckend.

Wir haben heute das Evangelium seiner Primiz gehört; es ist auch das Tagesevangelium seines Namenspatrons. An den Werken der Barmherzigkeit werden wir gemessen werden. Nicht, wie oft wir in der Kirche waren, denn das tun wir für uns (nicht für Gott oder für den Anderen), sondern ob wir die Liebe gewagt und Menschen in Not beigestanden haben, ob wir barmherzig gewesen sind – denn das ist Erweis unseres Glaubens. Die Barmherzigkeit ist das Gegenmittel zur Trauer; wenn wir unsere Trauer überwinden möchten, dann ist es heilsam, 1. Gutes zu tun und 2. Gemeinschaft zu pflegen.

Wieviel an Glaubensweitergabe und Gemeindebildung ist bei den vielen Pilgerfahrten geschehen! Diese Fahrten waren für Martin ein ganz wichtiger Teil seines umfangreichen Dienstes. Die Gemeinschaft, die dort entstanden ist, dauert mit vielen Menschen bis heute noch an.
Mit Martin konnte man über fast jedes Thema sprechen, das können wir alle sicherlich bestätigen. Ihn interessierten selbstverständlich erstmal theologische Themen, aber damit bei weitem nicht genug. Er kannte alle möglichen Künstler mit Namen, wusste von Trends in der Musik und in der Mode, kaufte gern ein, ging „shoppen“ (Martin konnte einen lehren, dass shoppen nicht nur etwas für Frauen ist); wenn wir z.B. in der Toscana Urlaub machten, ging er zu einem edlen Bekleidungsgeschäft und verbrachte dort den Vormittag, während ich zeitunglesend Espresso und Wein genoss und wartete. Sein Vorrat an Spirituosen ist legendär; ich weiß gar nicht, wer das jetzt alles trinken soll… Ob in Frankreich oder in Griechenland, ob in Italien oder in Spanien oder sonstwo – Martin musste überall Wein und andere Köstlichkeiten testen – und er tat es mit Genuss und Freude und: das dauerte. Bei der Rückfahrt nach den Verköstigungen musste ich dann am Steuer sitzen, sicherheitshalber…

Martin schaute über die Welt der Kirche hinaus; wie sehr schätzte er die Treffen mit den Mitgliedern des Lion-Clubs, erst im Siegerland, dann in Hemer; in einigen Jahren wäre er Präsident geworden, seine Vorfreude auf diese Aufgabe war schon jetzt spürbar. Ob die montäglichen Treffen im „2010“ in Hemer, die er als lehrreich und interessant einschätzte oder die sogenannten „häuslichen Treffen“ bei einem Lions-Freund, wo die Gemeinschaft im Vordergrund stand: diese „Löwen“-Treffen, wie wir sie intern nannten, hat er sehr genossen.
Wie sehr liebte er es, zu kochen und lecker zu essen. Und ich habe heute noch Freude daran: Martin konnte sich schon während des Mittagessens auf das Abendessen freuen; wenn wir beide unterwegs waren, dann konnte ich spüren und genießen, wie gerne er Essen zubereitete, kochte und die Mahlzeiten plante. Schon am Nachmittag fing er mit den Vorbereitungen für das Abendessen an und genoss es, in der Küche zu stehen. Wenn er zu einer großen Feier eingeladen war und wir danach telefonierten, dann zählte er zuerst in allen Einzelheiten auf, was es zu essen gab und wieviel Mühe es ihm bereitete, alles zu probieren… und dass es schade war, wenn er es nicht geschafft hat…

Er kam den Abend vor seinem Heimgang aus dem Urlaub. Gut erholt kehrte er zurück, wir haben lange während der Rückfahrt telefoniert, wie wir es fast immer taten, wenn einer von uns beiden unterwegs war: Wir begleiteten uns gegenseitig auch mit langen Telefongesprächen, damit die Fahrt etwas unterhaltsamer wird. Er war im Winterurlaub im Bayerischen Wald, zum 25. Mal und wurde dort geehrt, worauf er sehr stolz war. Wie oft war er mit seiner Familie da… Einige Male waren wir auch zu zweit dort. Bei der Liebe zum Winter waren wir beide uns nicht so ganz einig. Er liebte den Schnee und die Kälte, ihm reichte es nicht, wenn zwischen ihm und dem Schnee der Fernseher war.

Vor fast 26 Jahren standen Martin und ich hier am 19. Mai 1991 und feierten seine Primiz, mit denselben Gewändern, die wir auch heute tragen; damals durfte ich zu diesem Anlass auch predigen, und er hat am nächsten Tag bei meiner Primiz in Dortmund gepredigt. Als Symbol hatte ich damals ein kleines Haus mitgebracht und es ihm geschenkt. Ich möchte an einen Gedanken dieser Predigt erinnern: Wir Menschen können uns hier auf Erden noch so schön einrichten, noch so sehr „zuhause“ sein, uns noch so wohl fühlen. Wir sind trotzdem nur vorübergehend hier, keiner weiß wie lange, manchmal dauert die Zeit hier auf Erden eben nur 52 Jahre. Es ist für unsere Seele gut und heilsam, wenn wir beizeiten damit beginnen, unsere Heimat in Gott zu haben, schon jetzt ganz verwurzelt in IHM sein und ER in uns.

Wie können unsere Wunden, die Martins Weggang gerissen hat, verheilen? Das habe ich mich in den letzten Tagen immer wieder gefragt. Eine Antwort habe ich in der Lesung vom letzten Sonntag gehört: Beim Propheten Jesaja heißt es da: So spricht der Herr: Teile an die Hungrigen dein Brot aus, nimm die obdachlosen Armen ins Haus auf, wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deinen Verwandten. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Jes 58, 7-10
Was für eine Zusage! Um Heilung für unsere Seele zu bekommen, ist es nicht hilfreich, sich zurückzuziehen, sondern Menschen in Not beizustehen, Gutes zu tun, Trost zu spenden – dann werden unsere Wunden schnell vernarben… Unser Glaube ist wahrlich eine therapeutische Religion. Dieser Gedanke findet sich auch in Martins letzter Predigt vor seinem Urlaub, vor drei Wochen, als er über NoGo-Areas gesprochen hat, über Gebiete, in die man nicht gerne geht, die dunkel sind und Angst einflößen. In dieser Predigt hat Martin dazu eingeladen, auch die NoGo-Areas unserer Seele, unsere Dunkelheiten und Zweifel Gott hinzuhalten und SEIN Licht reinscheinen zu lassen. Was für ein tröstlicher Gedanke in dieser Stunde der Trauer.

In seiner Diplomarbeit von 1989 mit dem Titel „transformatio mundi“ (“Verwandlung der Welt“) hat Martin am Beispiel der „Verklärung des Herrn“, die als Motiv sein Primizgewand schmückt, dargelegt, wie wir als Christen diese Welt im Glauben und in der Liebe verwandeln und erneuern, in der Kraft des Heiligen Geistes, der alles erneuert und vollendet. Und genau das feiern wir jetzt auch in der Eucharistie, die Martin als Priester mehrere tausend Mal gefeiert (wirklich gefeiert) hat. Unsere Trauer und unsere Hoffnung, unsere Unvollkommenheit und unser Scheitern, unseren manchmal schwachen Glauben und unsere schwache Liebe dürfen wir einbringen in die Hingabe Jesu, der um uns weiß und der uns alles schenkt, was dem Leben dient.

Wie schön wäre es, wenn wir etwas von dieser offenen und toleranten Art und Weise zu leben, zu glauben und zu lieben, wie Martin es getan hat, auch in unserer Mitte weiterleben lassen! Möge der Tod von Martin uns nicht in Trauer und Verzweiflung versinken lassen, sondern uns stärken im Glauben und in der Liebe, in der Freude am Leben und an guter Gemeinschaft und Freundschaft - das wäre ganz in seinem Sinne und Balsam für unsere Seelen. Nicht in der Isolierung, im Rückzug, in der Vereinzelung, sondern im Miteinander wachsen uns neue Kräfte zu, überwinden wir unsere Trauer und durchströmt uns die göttliche Kraft. Martin war ein echter Brückenbauer über alle Grenzen hinweg, über menschengemachte Mauern. Er hatte ein großes Herz für alle Menschen, gleich welcher Konfession oder Religion, ob mit oder ohne Glaube, ob sie mit der Lehre der Kirche übereinstimmen oder nicht, es ging ihm einzig und allein um die Liebe – genau so wie Jesus es uns vorgemacht und uns aufgefordert hat, die Menschen zu lieben, weil sie alle Kinder des einen Gottes sind.

Ist es richtig, soviel über einen Menschen in einer Predigt zu sagen? Wäre es nicht viel mehr meine Aufgabe als Priester, einzig und allein über Auferstehung zu predigen? Darauf kann ich nur die Antwort geben: Auferstehung geschieht doch schon jetzt, unser Glauben ist keine Vertröstung auf das Jenseits. Denn das ganze Leben von Martin, seine Art als Mensch zu leben, seine Art als Christ zu glauben und seine Art als Priester für die Menschen da zu sein, ist ein einziges großartiges Zeugnis der österlichen Hoffnung, die ihn erfüllt hat und diese österliche Gewissheit feiern wir jetzt in der Heiligen Messe.

Jeder von uns, da bin ich sicher, kann diese Predigt mit eigenen Erfahrungen und Begegnungen ergänzen – und ich sage Ihnen und Euch: Tut das! Erzählt weiter von Martin. Lasst ihn in Eurer Mitte lebendig bleiben, bei Gott ist er es sowieso. Weint nicht nur, wenn Ihr von ihm erzählt, sondern lacht auch und lasst Euch von seiner Fröhlichkeit und Herzlichkeit anstecken – auch in Zukunft.

Das Herz war seine schwache Stelle? Nein, das Herz war Martins Stärke!

Leb´ wohl mein Freund, wir seh`n uns wieder – und dann wird gefeiert!

Predigt: Pfarrer Norbert Wohlgemuth – Hagen/ Fröndenberg

 

 

Pressemeldungen

Bewegender Abschied von Pfarrer Martin Assauer

Westfalenpost online
Hemer. 03.02.17 Nicht nur Hemers Katholiken haben sich am Freitagabend in einem Verspergottesdienst vom verstorbenen Pfarrer Martin Assauer verabschiedet.

Mit einem bewegenden Vesper-Gottesdienst haben Hunderte von Menschen am Freitagabend Martin Assauer aus Hemer verabschiedet. Der Pfarrer des katholischen Pastoralverbundes war in der Nacht zum 2. Februar 2017 unerwartet im Alter von nur 52 Jahren gestorben. Am Samstag wird der gebürtige Iserlohner in seiner Heimatstadt zu Grabe getragen.

Auf Wunsch der Familienangehörigen des Verstorbenen folgte der Wortgottesdienst in der voll besetzten Christkönig-Kirche der Liturgie einer österlichen Vesper, die nicht den Tod, sondern die Auferstehung in den Mittelpunkt stellt. Dechant Johannes Hammer, der den Gottesdienst hielt, würdigte in seiner Predigt die Menschenfreundlichkeit und ansteckende Fröhlichkeit seines verstorbenen Amtsbruders und persönlichen Freundes. Johannes Hammer machte keinen Hehl daraus, wie sehr er sich gefreut hatte, als Assauer vor zwei Jahren nach Hemer und damit ins Dekanat gekommen sei. Martin Assauer sei ein Mensch mit klaren Zielen gewesen, die er unbeirrt verfolgte. Mit diesen Zielen für den Pastoralverbund habe er ein Vermächtnis hinterlassen. Der Dechant bat darum, diese Ziele des Verstorbenen nicht zu vergessen.

Trauer über die Grenzen von Konfession und Religion

Pfarrer Bernd Bartelheimer bekundete in seiner Ansprache im Anschluss an die Liturgie seinen großen Respekt vor Martin Assauer. Bartelheimer war nur einer von mehreren evangelischen Seelsorgern, die an dem Gottesdienst teilnahmen. Die Ökumene habe Martin Assauer viel bedeutet, allerdings sei ihm das Evangelium, das alle Christen verbindet, noch wichtiger gewesen, sagte Bartelheimer. Assauer habe nicht nur in seinen Predigten für das Evangelium gestanden, sondern auch mit seinem Leben. „Er war für die katholische Gemeinde in Hemer genau der Richtige zum richtigen Zeitpunkt“, stellte Pfarrer Bartelheimer fest.

Auch der Imam der muslimischen Gemeinde nannte Martin Assauer seinen „Bruder“, einen Begriff, den der verstorbene Pfarrer selbst bei ihrer ersten Begegnung benutzt habe. Martin Assauer sei stets für den freundschaftlichen Dialog zwischen den Religionen eingetreten, betonte der Imam, dessen auf Türkisch gehaltene Rede von einem Dolmetscher übersetzt wurde.

Ein Verlust für die ganze Stadt Hemer

Zum Abschluss drückte auch Bürgermeister Michael Heilmann seine tiefe Betroffenheit über den Tod von Martin Assauer aus, dem das friedliche Zusammenleben der Menschen überall in der Welt ein so wichtiges Anliegen gewesen sei. Heilmann erinnerte an seine erste Begegnung mit Martin Assauer, als dieser ihn gleich umarmt habe, sowie an dessen Initiativen zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion zur Ökumene oder das Friedensgebet in der Stadt unter freiem Himmel nach den Terroranschlägen von Paris. „Martin Assauer hatte eine wunderbare Gabe, auf andere zuzugehen. Die ganze Stadt hat mit ihm selbst einfach einen guten Menschen verloren“, sagte Michael Heimann und bekundete: „Er wird mir fehlen!“

Pfarrer Martin Assauer ist tot.

IKZ online

Hemer 03.02.2017 Pfarrer Martin Assauer ist tot. Der Leiter des Pastoralverbunds starb in der Nacht zu Donnerstag im Alter von nur 52 Jahren.

Die Nachricht verbreitete sich am Donnerstag wie ein Lauffeuer und schockte in Hemer nicht nur die Katholiken: Pfarrer Martin Assauer lebt nicht mehr. Der oberste Seelsorger des Pastoralverbundes wurde am Donnerstagmorgen tot in seiner Wohnung aufgefunden.

Erst 2014 hatte Martin Assauer im Alter von 49 Jahren seinen Dienst in Hemer angetreten – mit ganz vielen Ideen und Plänen. Noch beim Neujahrsempfang des Pastoralverbundes vor zwei Wochen sprühte Martin Assauer vor Tatendrang und rief seine Gemeinden dazu auf, die Herausforderungen der Zukunft mutig anzugehen. Seine Vision unter anderem war eine einzige, vereinigte katholische Kirchengemeinde für die ganze Stadt. Den genauen Weg in diese Richtung wird Martin Assauer selbst nicht mehr weisen. Einige seiner Ideen für das Zusammenwachsen der Gemeinden hatte er in der wenigen Zeit, die ihm in Hemer blieb, dennoch umsetzen können.

Zurückgekehrt in die Nähe seines Geburtsortes Iserlohn

Martin Assauer wurde in Iserlohn geboren, besuchte dort das Märkische Gymnasium und entschied sich nach dem Abitur katholische Religion zu studieren. Über zwölf Jahre lang wirkte er in der Kirchengemeinde St. Augustinus in Hilchenbach, ehe er eine neue Aufgabe suchte und in Hemer fand. Er war glücklich, in der Nähe seiner Angehörigen in Iserlohn zu leben und er fand Erfüllung darin, dem Pastoralverbund neuen Schwung zu verleihen. In Hilchenbach war Assauer von 300 Mitgliedern seiner damaligen Gemeinde verabschiedet worden, und viele von ihnen ließen es sich auch nicht nehmen, ihm bei seiner Amtseinführung am 1. Juni 2014 in Hemer persönlich zu gratulieren.

Reisen waren die Leidenschaft eines bodenständigen Mannes

Obwohl im Herzen bodenständig trug Martin Assauer offen und gern den Beinamen „Reisepfarrer“. Schon in der alten Gemeinde hatte er verschiedene Pilgerreisen organisiert. Im vergangenen Sommer reiste er auch mit einer Gruppe aus den Gemeinden in Hemer ins Heilige Land. Beim Neujahrsempfang hatte er schon die nächsten Ziele von Reisen des Pastoralverbundes genannt: Rom und Jordanien. Ein ganz wichtiges Anliegen für Martin Assauer war auch die Ökumene, er genoss höchste Wertschätzung auch bei den evangelischen Pfarrern in Hemer.

Am heutigen Freitag (03.02.17) hätte ein Treffen mit dem Weihbischof Dominicus M. Meier und dem Dechanten Johannes Hammer angestanden. Daraus wurde nun nichts mehr, statt dessen wurde in der Pfarrkirche St. Peter und Paul für Martin Assauer gebetet. Jeder, dem es ein Bedürfnis war, auf diese Art von Martin Assauer Abschied zu nehmen, war willkommen. Bezeichnenderweise war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt.

Rückblick

Pf. Assauer

Amtseinführung am 1. Juni in St. Peter und Paul

Hemer. Die Augen des Geistlichen leuchten, wenn er an seine neue Aufgabe in Hemer denkt. Über zwölf Jahre lang hat er in der Kirchengemeinde St. Augustinus Keppel gewirkt, 2001 beim Dienstantritt bereits verkündet, dass er sich vorstellen könne, „so ungefähr 15 Jahre zu bleiben“. Die 15 Jahre hat Pfarrer Martin Assauer, den man gerne den „Bau- und Reisepfarrer“ nennt und der mit viel Einsatz die Menschen im Siegerland erreicht hat, nicht voll gemacht. Über 300 Menschen sagten bei der Verabschiedung am vergangenen Sonntag in Hilchenbach Adieu, und einige davon werden wohl bei seiner Amtseinführung am 1. Juni in Hemer wieder dabei sein. „Ich habe gehört, in Hilchenbach wurde ein Bus geordert“, sagt Martin Assauer und freut sich. Er versucht, immer nah bei den Menschen zu sein, ist ein Verfechter der Ökumene und will auch in Hemer einiges bewirken. „Und ich setze mich dafür ein, Versöhnung im Pastoralverbund zu schaffen“, sagt der neue Pfarrer, der sich der derzeitigen Unstimmigkeiten innerhalb des Verbunds durchaus bewusst ist. Fast im selben Atemzug spricht er dem Pastoralverbund dennoch ein Lob aus. „Das vergangene Jahr war sehr schwer. Ich habe Respekt davor, was alle geleistet haben!“

2003 hat Martin Assauer den Pastoralverbund im Siegerland mit gegründet, zuletzt zählte er 8600 Mitglieder. Während seiner Amtszeit im Siegerland wird er zum „Baupfarrer“, weil die Kirche St. Augustinus grundlegend renoviert wurde. „Eigentlich sind nur die Außenmauern stehen geblieben“, so Assauer, dem man gleich mitgeteilt hat, dass in nächster Zeit auch die Innenrenovierung von St. Peter und Paul anstehe.

In Hemer zählt der Pastoralverbund insgesamt 10.793 Gemeindemitglieder, die auf fünf Kirchengemeinden verteilt sind: St. Peter und Paul, Christkönig, St. Bonifatius, St. Marien Bredenbruch und St. Petrus Canisius.

Nachdem Martin Assauer am 1. Juni 2014 um 16 Uhr offiziell vom stellvertretenden Dechanten Pfarrer Andreas Schulte aus Balve in sein Amt als Leiter des Pastoralverbundes und Pfarrer von St. Peter und Paul eingeführt wurde, folgen nun Tage des Kennenlernens in den verschiedenen Bereichen: Pastoralteam, Sekretariat und Kirchenvorstände gehören zum Beispiel dazu. „Das alles ist verbunden mit sehr viel Neugier, und ich erwarte auch Neugier von allen Seiten.“

"Reisepfarrer" wird Martin Assauer genannt, weil er jedes Jahr zusammen mit Gemeindegliedern eine Pilgerreise unternimmt. Israel, Jordanien, Türkei, Griechenland oder auch Rom waren bisher Ziele. „Das möchte ich unbedingt fortsetzen, die Bibel dabei immer in der Hand“, sagt er und betont, dass der religiöse Fokus immer im Vordergrund stehe.

Nach der Messe bestand im großen Saal von Haus Hemer die Möglichkeit, persönlich mit dem „Neuen“ zu sprechen. Offiziell wurde er von den Gremien der Gemeinden, den katholischen Kindergärten, den Hauptamtlichen des Pastoralverbundes, den evangelischen Pastoren und dem Hemeraner Bürgermeister willkommen geheißen. Der Kirchenchor St. Peter und Paul und die Band 4Gsus begrüßten ihren neuen Pastoralverbundsleiter musikalisch. Das Lied des Pastoralverbundes, „Gut, dass wir einander haben“, sangen alle Gäste mit.

Foto und Text (c) WAZ/ Carmen Fürstenau

Hier überbringt Pfarrer Assauer die Spenden, die anlässlich seines Silbernen Priesterjubiläums gesammelt wurden, dem Leiter des Caritas-Baby-Hospitals in Bethlehem. Das Baby-Hospital in Jesu Geburtsstadt lag ihm sehr am Herzen. Aus diesem Grund wurde auch anlässlich seines Todes um ein Spende für das Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem gebeten.

Fotos der feierlichen Amtseinführung am 01.05.14 in St. Peter und Paul
und des anschließenden Empfangs in Haus Hemer
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Hemer. Offen, herzlich, modern und trotzdem traditionsbewusst – all diese Attribute treffen auf Pfarrer Martin Assauer zu. Im Einführungsgottesdienst am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde betont, dass sich der Eindruck von einem fremden Menschen zumeist in den ersten Sekunden des Kennenlernens bildet. Der Eindruck, den der neue Leiter des Pastoralverbundes Hemer und Pfarrer von St. Peter und Paul in Personalunion hinterließ, war sehr positiv.

Zu Beginn der Heiligen Messe führte der stellvertretende Dechant Pfarrer Andreas Schulte aus Balve Assauer in sein neues Aufgabengebiet in der Felsenmeerstadt ein. Dabei unterstrich Pfarrer Schulte, dass Assauer ein gutes Fundament erwarte. Anschließend wurde die Urkunde, mit der Erzbischof Hans-Josef Becker Assauer in sein neues Amt bestellt, verlesen. An diesem besonderen Moment nahmen zahlreiche Christen und Geistliche – unter anderem Pfarrer Norbert Tentrup, der den Pastoralverbund bis Ende Januar kommissarisch leitete, Pastor Hans Günter Richter und Vikar Gordon Richard – sowie weitere Würdenträger von nah und fern in der voll besetzten Kirche teil.

Neben Assauers Familie, langjährigen Weggefährten, unter anderem aus seiner alten Gemeinde im Siegerland, war auch die Schar der Hemeraner, die „ihren“ neuen Pfarrer kennenlernen wollten, riesig. Zudem waren auch viele Hauptamtliche sowie evangelische und kommunale Vertreter zugegen. Sie füllten das Gotteshaus in der Geitbecke bis auf den letzten Platz, so dass auch Stehplätze noch heiß begehrt waren. „Dass die Kirche immer so voll ist, werde ich nicht schaffen“, so Assauer in Anbetracht der großen Anzahl an Besuchern.

Äußerst bescheiden stellte Assauer trotz des großen Rummels um seine Person sich selbst in den Hintergrund und verwies mehr auf den christlichen Glauben. „Es geht nicht um mich, sondern um ihn“, so Assauer mit Fingerzeig auf Christus. Als neuer Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes habe er ebenso Erwartungen an die Gemeinde, wie die Gemeinde an ihn. Dabei unterstrich er, dass es ihm wichtig sei, Gemeinden anzutreffen, die gemeinsam unterwegs sind. Gemeinsam müsse man auf Gott hören, das sei sein größter Wunsch.

Beim anschließenden Empfang im Saal von Haus Hemer, wo ihm unter anderem eine Torte überreicht wurde, hatten die zahlreichen Gäste die Gelegenheit, persönlich mit Assauer ins Gespräch kommen, wenngleich das auf Grund des überfüllten Saals nur schwer möglich war. Nach der Begrüßung durch Ulrike Traut vom Pastoralverbundsrat gab es weitere Grußworte. Stellvertretend für die Kirchenvorstände begrüßte Bernadette Böger den neuen Pfarrer, während Stefan Stegbauer diese Aufgabe für die Pfarrgemeinderäte übernahm. Aber auch die Hauptamtlichen und katholischen Kindergärten auf dem Stadtgebiet hießen Assauer als Leiter des Pastoralverbundes in ihrer Mitte willkommen. Trotz Terminstresses ließ sich Bürgermeister Michael Esken die Gelegenheit zu einem ersten Gespräch mit dem neuen Hemeraner nicht nehmen. Der Kirchenchor St. Peter und Paul unter der Leitung von Thomas Kick und die Band „4Gsus“ sorgten zwischen den verschiedenen Reden für Auflockerung.

Der große Zuspruch bei seiner Einführung kann Pfarrer Martin Assauer, der bereits Mitte der vergangenen Woche in das Pfarrhaus von St. Peter und Paul gezogen ist, für die kommenden Aufgaben nur beflügeln, wünscht er sich doch möglichst viele Gemeindemitglieder, die auch mit anpacken.

Gespannt blickt „der Neue“ in die Zukunft in der Felsenmeerstadt. Der einzige Wermutstropfen: Assauer musste seinen geliebten Kräutergarten zurücklassen. Ein kleiner Trost waren deshalb die zwei Kräutertöpfe, die man Martin Assauer als Willkommensgeschenk überreichte. Vielleicht entsteht auch wieder ein Garten, der genauso wie die Arbeit und das Engagement Assauers Früchte trägt.

Quelle: www.derwesten.de

 

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